Bretagne: Frauengeschichten – Frauengesichter

Die literarische Reisbegleitung

Mit Fotos von Martin Graf, edition ebersbach, Dortmund 1998

Bretagne? Da denken viele an König Artus und seine Ritter der Tafelrunde, an Asterix und seine Kumpanen, an Männer mit gegerbten Gesichtern in gelben Öljacken und Holzpantinen, an Bretoninnen in weißen Spitzenhauben und schwarzen Trachten, die uns auf Postkarten zulächeln.

Dieser Text- und Bildband lädt in eine andere Bretagne ein, in die geschichtsträchtige Landschaft mit seinen starken Frauenpersönlichkeiten, in deren Gesichtern das rauhe Meeresklima, die verwunschenen Zauberwälder und die zerklüfteten Meeresklippen sowie das harte Arbeitsleben ihre Spuren hinterlassen haben. Die eindrucksvollen Porträts zeigen den Mut und die Hartnäckigkeit der bretonischen Frauen, ihr Leben tatkräftig in die Hand zu nehmen. So erzählt z.B. Christine Tennier von ihrer Kindheitsvision, den unermeßlichen Vorrat von Algen nutzbar zu machen. Heute leitet sie ein Unternehmen, das bretonische Algen zu Kosmetika, Dekorationen und Nahrungsmitteln verarbeitet. Oder wir lernen Renée Rochedrux kennen, die allen Schicksalsschlägen zum Trotz – mit 12 Jahren in die Fischfabrik und mit 32 Witwe – nichts von ihrer Lebenslust eingebüßt hat.

Ergänzt werden die Frauengeschichten und Frauengesichter der Bretagne durch die Mythen und Legenden keltischer Kriegerinnen und Königinnen sowie die Liebeserklärungen von Schriftstellerinnen und Schriftstellern wie Colette, Benoîte Groult, Marcel Proust und Paul Celan an diese ganz besondere Region. Einige Rezepte aus der Landesküche machen Appetit auf mehr.

Pressestimmen

“Dort gibt es Gesichter und starke Geschichten von Frauen, die sich in der Landschaft am zerklüfteten Kap Europas gegen winterliche Stürme durchsetzen. Ihr Leben erzählt die abwechselnd in Düsseldorf und der Bretagne lebende Florence Hervé einfühlend, engagiert, aber ohne betonten Feminismus.” NRZ, 17.9.98